Berlin/New York - Die Ballade „I Believe I Can Fly“ war Mitte der Neunzigerjahre ein unausweichlicher Ohrwurm. Tagein tagaus dudelte der Popsong im Radio hoch und runter, er wurde in Filmen, Serien und im Basketballsport verwendet, mannigfach gecovert und von Teilnehmern diverser Castingshows bis zum Abwinken interpretiert. Für den US-amerikanischen R&B-Star R. Kelly, der den Titel aus dem Jahr 1996 gesungen, geschrieben und produziert hatte, war es ein Charterfolg sondergleichen – damals dachte man noch an eine Popkarriere, der keine Grenzen gesetzt sind.

Heute weiß man, Robert Sylvester „R.“ Kelly mag mit weltweit mehr als 150 Millionen verkauften Tonträgern einer der erfolgreichsten Musikinterpreten der Gegenwart sein – die Schlagzeilen beherrschen längst andere Töne über ihn. Aktuell muss der 54-Jährige mal wieder vor Gericht erscheinen. In New York startet am kommenden Montag mit der Auswahl der Geschworenen der Prozess gegen den einstigen Pop-Superstar, dessen tiefer Fall beispiellos ist. Die Vorwürfe sind heftig: Kelly muss sich laut Anklageschrift unter anderem wegen Erpressung und sexueller Ausbeutung Minderjähriger verantworten. Gemeinsam mit einem Team von Angestellten soll Kelly jahrelang Mädchen und Frauen zum Sex gezwungen haben. Der Prozess soll mehrere Wochen dauern. Bei einer Verurteilung droht dem Sänger eine jahrzehntelange Haftstrafe.

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