Steven Seagal, 69, steht treu zu Russland. Hier besitzt der amerikanische Schauspieler nicht nur die Staatsbürgerschaft, sondern engagiert sich auch politisch. Nun ist er der Partei Gerechtes Russland beigetreten. So meldet es die Moskauer Zeitung RBK unter Berufung auf Seagals Sprecherin. Die Partei ist als Teil der Opposition in der Staatsduma vertreten, gilt in dem Parlament aber wie die Kommunisten und Ultranationalisten von der so bezeichneten Liberaldemokratischen Partei als systemtreue Partei.

Seagal: „Putin würde ich gerne als Bruder betrachten“

Der aus faust- und waffenstarrenden Actionfilmen wie „Nico“, „Hard to Kill“ oder „Alarmstufe Rot“ bekannte Seagal war laut RBK zuvor Mitglied der Partei Für die Wahrheit des regierungsnahen Schriftstellers Sachar Prilepin gewesen. Diese fusionierte kürzlich mit Gerechtes Russland und einer weiteren politischen Kraft. Allerdings beschränkt sich Seagal nicht auf Parteipolitik. Sein Engagement für die Russische Föderation ist sehr viel älter und umfassender und hat auch viel mit dem Präsidenten zu tun.

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Wladimir Putin und Steven Seagal: Russische Staatsbürgerschaft vom Präsidenten persönlich verliehen.

Kremlchef Wladimir Putin persönlich hatte Seagal, der auch Kampfsportler ist, 2016 die russische Staatsbürgerschaft verliehen. Sie verbindet eine tiefe Männerfreundschaft. Putin sei „ein Freund und ich würde ihn gerne als Bruder betrachten“, hat Seagal einmal gesagt. Trotz der von den USA und anderen westlichen Ländern in Folge der Krimkrise und des Konfliktes in der Ostukraine gegen Russland verhängten Sanktionen, gab er am 9. August 2014 zusammen mit einer Bluesband ein Konzert in Sewastopol.

Zuvor hatte sich Seagal – dessen Großeltern nach seiner Aussage aus Wladiwostok und St. Petersburg stammen – bereit erklärt, Lobbyarbeit für russische Waffenhändler in den USA zu betreiben. Weniger martialisch ist sein Engagement für Umweltschutzprojekte, so setzte er sich erfolgreich für die artgerechte Haltung junger Elefanten in Thailand sowie für einen Exportstopp dieser Tiere von Afrika nach Japan ein. In der Partei Gerechtes Russland soll er sich laut RBK für ökologische Belange einsetzen. (mit dpa)