Berlin - Den Namen Tim Raue muss man niemandem mehr erklären, der Berliner Sternekoch spielt längst in einer eigenen Liga. Sein Restaurant „Tim Raue“ steht auf der renommierten Pellegrino-Liste „The World’s 50 Best Restaurants“ aktuell auf Platz 31, er hat zwei Michelin-Sterne und 19,5 Punkte im Gault & Millau. Doch dank seiner medialen Präsenz ist der 47-Jährige, der im Kreuzberger Wrangelkiez aufwuchs, längst nicht nur unter Gourmets bekannt.

Raue ist der bislang einzige deutsche Koch, dem die amerikanische Netflix-Serie „Chef’s Table“ eine eigene Folge widmete, auch im deutschen TV ist er regelmäßig zu sehen, etwa bei „Kitchen Impossible“ oder als Jurymitglied von „The Taste“. Man kann also ohne zu untertreiben behaupten, dass er einer der bekanntesten Köche des Landes ist – und ein Tausendsassa sowieso.

Daher wundert es auch nicht, dass Raue mal wieder mit einem frischen Projekt um die Ecke kommt. Für seine neue TV-Show „Herr Raue reist! So schmeckt die Welt“ zieht es den Berliner Koch in die Ferne. Ab Donnerstag (28. Oktober, 17 Uhr, MagentaTV) stellt er sich Fragen zur Weltküche und geht Essens-Klischees auf den Grund. Schmeckt ein Döner in Kreuzberg so wie in Istanbul? Was ist richtiges Thai-Essen? Raue forscht nach, in Straßenküchen, bei Landwirten und in Spitzenrestaurants.

„Das, was bei uns als Chinesisch, Spanisch oder Kroatisch verkauft wird, hat wenig mit der echten Küche dieser Länder zu tun“, sagt Raue. „Die meisten Menschen haben ein völlig verschobenes Bild von den Küchen dieser Welt – und leider viel zu oft ein schlechtes.“ Die erste Folge ist Istanbul gewidmet, weitere Stationen sind Madrid, Phuket und New Orleans.

„Ich wage mich an Klischees genauso wie an Zutaten, die ich vorher noch nie probiert habe. In Istanbul war ich Döner Kebap essen und habe den ursprünglichen Sinn des Gerichts verstanden, ein paar Straßen weiter hatte ich dann Kokoreç, einen Spieß mit knusprigem Lammdünndarm, den ich freiwillig niemals probiert hätte. Es war köstlich“, erzählt Raue, der in der türkischen Metropole auch den besten Hamburger seines Lebens gegessen hat. Den besten Döner gebe es aber in Berlin. (mit dpa)