Prinz William, 38, hat offenbar Gefallen an Schottland gefunden. Wie die britische Times am Sonntag berichtete, könnten der an zweiter Stelle der Thronfolge rangierende Herzog von Cambridge und seine Frau Kate, 39, künftig deutlich mehr Zeit im nördlichen Drittel Großbritanniens verbringen. Berater haben dem royalen Paar demnach empfohlen, ins schottische Schloss Balmoral umzuziehen, das bisher als Feriendomizil der Windsors dient. „Sie wollen, dass sie wie Anwohner wirken, nicht wie Besucher“, sagte eine dem Königshaus nahe stehende Quelle der Zeitung.

Bislang wohnen William und Kate mit ihren Kindern George, Charlotte und Louis im Kensington-Palast in London. Hintergrund der Pläne für die fünfköpfige Familie könnte der Wunsch vieler Schotten nach Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich sein – die Angst also, Schottland zu verlieren. Vom Buckingham-Palast gab es zunächst keine offizielle Bestätigung für die Pläne. Die Times titelt derweil schon: „Palast schickt Prinz William, um Union zu retten“. William und Kate könnten zu einem sichtbaren Symbol für die Verbindung zwischen England und Schottland werden. Es gebe Palastbeamte, die das Thema nicht den Politikern überlassen wollen.

William und Kate besuchten die schottische Uni, an der sie sich kennenlernten

Und tatsächlich sah man William und Kate zuletzt sehr oft in Schottland. Erst vor kurzem besuchte das Paar auf einer mehrtägigen Reise auch seine alte Uni im schottischen St. Andrews – an der Elite-Einrichtung hatten sie sich vor 20 Jahren kennengelernt. Unter anderem lieferten sich die Royals bei ihrem Besuch Ende Mai ein rasantes Rennen am Strand mit windbetriebenen Fahrzeugen.

Die beiden nutzten die Schottland-Reise für ein Treffen mit jungen Menschen, die sich um erkrankte oder abhängige Angehörige kümmern. Diese sollten beim Strandsegeln eine Auszeit von ihrem oft schwierigen Alltag nehmen können. Der Prinz und die Herzogin besuchten zudem nahe Glasgow eine Hilfsorganisation für drogen- und alkoholabhängige Menschen. Turning Point Scotland arbeite daran, Kreisläufe aus Verbrechen und Abhängigkeit zu durchbrechen, hieß es in einer Mitteilung auf dem Twitter-Account des Paares. Der Hintergrund: Schottland erlebt seit mehreren Jahren Rekordwerte bei der Zahl der Drogentoten.

Auch im Zuge der Corona-Pandemie bedachten William und Kate den Landesteil mit einer Visite. Anfang Dezember 2020 reisten die Royals mit einem königlichen Zug nach Edinburgh, um sich bei Menschen in systemrelevanten Berufen zu bedanken. Am Bahnhof wurde das Paar von einem Dudelsackspieler musikalisch in Empfang genommen. Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon hatte damals angedeutet, dass das Prinzenpaar nach Edinburgh gereist sei, obwohl auf Corona-Beschränkungen für Personen hingewiesen worden sei, die über die Grenze kommen wollten. Doch der Kritik zum Trotz fand die royale Zugreise statt.

Regierungschefin Sturgeon strebt die Unabhängigkeit ihres Landes von London an und  will ihre Landsleute nach der Pandemie in einem neuen Referendum darüber abstimmen lassen. Der Brexit hat der Unabhängigkeitsbewegung in den vergangenen Jahren deutlich Rückenwind gegeben. Sturgeon will Schottland im Fall einer Abspaltung als eigenständiges Land zurück in die EU führen.