Die einen macht Erfolg einsam. Bei Volker Wieprecht steigert Einsamkeit den Erfolg. Am Donnerstag hat die Jury des Grimme-Instituts Volker Wieprecht vom RBB zum besten Radiomoderator Deutschlands gekürt. Der Deutsche Radiopreis gilt als die wichtigste Auszeichnung der Branche und wurde in diesem Jahr zum vierten Mal verliehen.

Radioeins-Hörer lieben Wieprecht für seine schlagfertige, intelligente und witzige Art, in der er erklärt, was in der Welt passiert. Zu hören ist das im wöchentlichen Wechsel mit Tommy Wosch montags bis donnerstags von 13 bis 16 Uhr sowie freitags in der „Schönen Woche“ von 13 bis 19 Uhr. Wieprecht moderiert die Sendungen allein. Das war nicht immer so.

Die Anspannung wuchs

„So Lonely“, immer wieder ließ Wieprecht Sting „So Lonely“ singen an jenem Tag vor gut zwei Jahren, als bekannt wurde, dass Robert Skuppin, schon seit Fritz-Zeiten in den 90er-Jahren sein Moderationspartner, Chef von Radioeins wird. Das legendäre Duo war getrennt, Wieprecht blieb allein vor dem Mikrofon zurück. Es geriet ihm offensichtlich nicht zum Nachteil. Und doch: Ihre gemeinsamen Auftritte sind inzwischen selten. So wie am vergangenen Freitag, als Wieprecht und Skuppin „Die schöne Woche“ auf dem Parkfest am Gleisdreieck moderierten. „Wie Weihnachten im Sommer“, kommentierten das Radioeins-Hörer und spielten damit auf die „Krippenshow“ an, die die beiden weiterhin zusammen moderieren.

Wieprechts Nominierung als bester Radiomoderator war seit Wochen bekannt. Doch Freunde spürten: Seine Anspannung wuchs, je näher der Termin der Verleihung rückte. Die Auszeichnung kommt gerade richtig. In wenigen Wochen wird Wieprecht 50. Aus Freundschaft und persönlich gönne er seinem Kollegen den Preis, sagte Skuppin der Berliner Zeitung. Beruflich sehe er es aber problematisch, denn er habe nun Angst um sein großes Büro.