Es wird nie wieder so werden wie früher. Vor dieser Erkenntnis würde Vanetia Casey sich zwar gern drücken, sie merkt aber bald, dass das nicht geht. Sie muss sich der Tatsache stellen, dass ihr geliebter Mann Conor, der da aus dem Krankenhaus zurückkehrt, nicht mehr der alte ist. Nach einem Schlaganfall lag er im Koma, sein Gehirn wurde schwer geschädigt, seine Persönlichkeit hat sich stark verändert. Eigentlich ist es ein Wunder, dass er noch lebt. Und um dieses medizinische Wunder zu studieren und dessen Reintegration in die Familie zu beobachten, hat sich der amerikanische Wissenschaftler Dr. Ted Fielding bei den Caseys einquartiert. Das führt absehbar zu Turbulenzen.

„Voll und ganz und mittendrin“ ist Steph Greens Spielfilmdebüt, eine im irischen Kerry angesiedelte Familiengeschichte, die es sich mit den Problemen und Konflikten, die sie thematisiert, ein wenig zu leicht macht. Denn es dauert nicht lange, da spürt Vanetia ein starkes Ungenügen an dem neuen Conor. Sie sehnt sich nach dem fröhlichen Tischler, der er einmal war; sie sehnt sich nach der körperlichen Vertrautheit, die plötzlich unmöglich geworden ist. Statt ihres Mannes sitzt da einer, der sich aufführt wie ein bockiges Kind. Unfähig zudem, den gemeinsamen Sohn Lenny, der seine Homosexualität entdeckt, beim Coming-Out zu unterstützen.

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