Aus Gründen, die hier nichts zur Sache tun, war ich letzte Woche mit Krücken unterwegs. Wobei das schon viel zu dynamisch klingt. Mein Unterwegssein hatte nichts Geschäftiges an sich, sondern ich hangelte mich mit vielen Pausen die Straße entlang, wobei ich eine Reihe von Entdeckungen machte. Ich erspähte Babysocken in einer Hecke, ein Vogelnest mit zertretenem Inhalt zwischen parkenden Autos, Hundekottüten verschiedenster Füllgrade, jede Menge Altkleider vor Eingängen und richtig viel Verpackungsmüll überall. 

Der Eindruck, den ich auf diese Weise von meiner Straße gewann, war denkbar ungünstig, aber auch bereichernd. Niemals hätte ich, nach dem Zustand meiner Wohngegend gefragt, das Kreuzchen auf einer Skala von eins bis zehn so dicht bei „verwahrlost“ gemacht. Wenn  man mit dem Fahrrad vorbeisaust, sieht alles adrett aus. Jetzt war es, als ob ich mich, von weit her kommend, seit langem mal wieder umgeschaut hätte, eine Fremde mit erwartungsfreiem Blick. Hierher also kommen die Leute, um zu leben …

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