Weil die Dame vom Ordnungsamt ihre Augen nicht überall haben kann, gibt es Bürger wie Herrn Schwiede, die sie gerne unterstützen.  
Foto: dpa

BerlinIn der Welt am Sonntag stand ein Text über einen früheren Fallschirmjäger. Seit 2016 meldet er Soldaten, die ihm verfassungsfeindlich erscheinen, an den Militärgeheimdienst. Inzwischen ist der Mann außer Dienst, berichtet aber weiter. Zu mehr als 100 Personen soll er schon „Hinweise gegeben“ haben. Seine Kameraden, klagte er in einem Fernsehinterview, hätten ihn deshalb geschnitten. Das Bundeswehr-Personalamt behauptet, dass viele seiner Anschuldigungen „übertrieben und haltlos“ seien. Es wollte den Unteroffizier deshalb sogar unehrenhaft entlassen. Doch das ändert nichts an seinem Credo, lieber einmal zu viel zu melden als einmal zu wenig.

Puh. Kompliziert. Die Bundeswehr hat ein Problem mit Rechtsradikalen. Waffen und Nazis, nix gut. Auch die freiheitlich-demokratische Grundordnung ist womöglich auf die Wachsamkeit ehrenamtlicher Kundschafter angewiesen. Eine Einsicht in die Notwendigkeit ist bei mir vorhanden. Aber ich fürchte, wer die Nummer so durchzieht wie er hier, muss damit leben, dass nicht alle Leute seine Nähe suchen. Tut mir leid, das dürfte sich auch nie ändern. Zumal bei den Fallschirmjägern. Ich meine, man kann es nun Loyalität nennen oder als Korpsgeist verurteilen: Aber gerade Kollektive, bei denen es gelegentlich um Leben und Tod geht, funktionieren quasi naturgesetzlich tendenziell so oder im Ernstfall eher schlecht.

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