Sanya Kantarovsky. „Posies“, 2020, Wasserfarben/Papier (Ausschnitt)
Foto:  Galerie Capitain Petzel /@CROMA

Berlin- Nicht nur beim Vergleichen der Bilder, auch vom Alter her könnte Ross Bleckner aus New York und Jahrgang 1949, der Vater des 1982 in Moskau geborenen und ebenfalls in der Stadt am East River lebenden Sanya Kantarovsky sein. Beide sind malende Poeten, beide lassen in ihren Motiven (gefrorene) Blumen sprechen und scheuen sich nicht vor Emotionalität. Und bei beiden spielen die Vergänglichkeit alles Irdischen und existenzielle Brüche in der Gesellschaft eine Rolle.

Bleckner lässt in einem Presse-Statement wissen, ihn habe die Aids-Krise in den 80er-Jahren beschäftigt. Damals malte er seine „Cell Paintings“. Und seit damals erfindet er sich als Künstler von Bildserie zu Bildserie immer wieder neu. Auch seine 18, die Wände der Galerie Capitain Petzel füllenden, großformatigen Leinwände, vor allem aus diesem Pandemie-Jahr 2020, erzählen von der Sehnsucht nach einem Flucht- und Ruhepunkt vor dem bedrohlichen Corona-Virus. Es sind geradezu metaphysische Motive, diese auf schwarzem Grund wie tiefgefroren wirkenden weißen (Ölfarben)Blüten – und das Thema Tod ist allgegenwärtig. „Outside His Window“ etwa ist ein Vanitas-Gemälde, man darf an die Blumenstilleben eines Manet, auch eines Nolde denken. An das Dunkle und das Helle, die Melancholie und die Schönheit.

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