Ein Mann nimmt ein Foto eines Bildes von Raffael auf, aufgenommen am 2. Juli 2020 in der Scuderie del Quirinale in Rom.
Foto: imago stock&people/Cheng Tingting

Ein überaus prächtiger Band, opulent bebildert, wunderbar gestaltet. Mit großartigen Texten. Von 68 Autoren, darunter fünf Frauen. Von Francesco Petrarca (1304–1374) bis Torquato Tasso (1544–1595). Zusammengestellt hat die Anthologie Tobias Roth, Kenner der Renaissanceliteratur, Mitgründer des mehrfach ausgezeichneten Verlages „Kulturelles Gedächtnis“ und Dichter. Spektakulär seine 1600 Meter lange Gedichtzeile, die sich, gemalt mit Schlammkreide, 2016 in fortlaufender Linie durch die Straßen von Moabit zog.

Der von Corona geplagte Blick bleibt natürlich zuerst an Baldassarre Bonaiutis (1336–1386) Bericht über die Florentiner Pest von 1348 hängen. Er steht in Bonaiutis Chronik seiner Heimatstadt, die er kurz vor seinem Tod schrieb. „Wenn die Krankheit erst einmal in einem Haus ausgebrochen war, kam es oft vor, dass kein Einwohner überlebte. Und sie machte nicht halt bei Männern und Frauen, sondern auch die Tiere starben, Hunde und Katzen, Hühner, Rinder, Esel und Schafe, alles starb an der gleichen Krankheit und mit dem gleichen Zeichen behaftet. Fast niemand, an dem sich das Zeichen gezeigt hatte, konnte geheilt werden. Das Zeichen war Folgendes: Zwischen Oberschenkel und Leiste oder aber unter der Achsel erschienen dicke Geschwüre, zugleich trat ein Fieber auf, und wenn die Geschwüre aufbrachen, floss Blut vermischt mit einer dünnen Flüssigkeit heraus, und wenn das Blut austrat, dann war es um die Leute geschehen.“

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