Eine anstrengende Schicht am Glühweinstand geht dem Ende entgegen. Über Stunden haben Stefan und ich hunderte Tassen des heißen Getränks ausgeschenkt, uns über das Publikum mal geärgert, mal gefreut, mal mehr, mal weniger schlagfertige Antworten auf blöde Bemerkungen gegeben und in ruhigeren Phasen nette Gespräche geführt. Nun, da der Andrang etwas nachlässt, spüren wir die Schmerzen im Rücken und in den Füßen und blicken mit Erleichterung auf den Feierabend. Der letzte Kessel ist noch zu knapp einem Viertel gefüllt. Vermutlich werden ein paar Liter übrig bleiben.

„Die schmecken nie mehr so gut wie heute“, sagt Stefan und sieht mich bedauernd an. „Ja“, stimme ich zu, „aber das können wir nicht selbst austrinken.“ – „Jedenfalls nicht alles. Wollen wir einen ausgeben?“, fragt er. „Klar“, sage ich, „bevor’s umkommt. Aber jetzt wahllos an alle? Oder wollen wir uns aussuchen, wem wir was schenken?“

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