Es ist ja keine Überraschung mehr, dass Popkünstler einen mit der Veröffentlichung ihrer Alben überraschen. Nun hat es auch die sonst bis zur Schrulligkeit auf Originalität bedachte Björk getan. Sie kann aber nichts dafür: Ihrem Management – wie vor kurzem auch jenem von Madonna – war es nicht gelungen, das Album für sich zu behalten. Und anders als die zornige Madonna entschloss sich Björk lässig – „Danke für das Interesse“, schrieb sie ins Facebook – zum umgehenden Release, knappe zwei Monate, bevor das Werk zur Eröffnung von Björks großer Retrospektive im New Yorker Museum of Modern Art erscheinen sollte.

„Vulnicura“ heißt es mit der gewohnten altphilologischen Spitzfingrigkeit, ein Fantasiewort, das zweifellos Wundheilung bedeuten soll. Darum geht es nämlich, wenn auch nicht so wörtlich, wie sie es auf dem Cover als Latex-Cyborg mit extraterrestrischen Löwenzahnpuscheln am Kopf und klaffend geöffneter Brust darstellt. Björk verarbeitet die Trennung von Matthew Barney, dem rauschhaft enigmatischen „Cremaster“-Film- und Ausstattungskünstler, mit dem sie 2005 für „Drawing Restraint 9“ auch musikalisch zusammenarbeitete.

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