Jetzt hat die Zeit der Lügen begonnen, der modernden Worte, der Versprechen, die nicht gehalten werden sollen, der Plattitüden und Goldwaagen, der „Zukunft!“-Rufe und Fallstricke. Die Zeit der Kandidaten ist gekommen, der Bewerber um die Huld unserer Stimmen, die wir mit „Vivat“-Rufen für sie erheben sollen, als schritten sie tatsächlich in weißen Togen durch unsere Mitte und ließen nicht rund um die Uhr Social-Media-Teams in ihrem Namen posten bzw. mit Würsten aus Wahlkampfslogans nach der Speckseite der Nachrichtenlage werfen. 

Kandidat L. etwa vor ein paar Tagen auf Twitter: „Heute Abend Sommerkonzert der Landesregierung vor Schloss Nordkirchen im Münsterland. Gut, dass Kultur wieder möglich ist. Besondere Gäste in diesem Jahr: Ehrenamtler, die nach der Flut anderen geholfen haben, unermüdlich, Tag u. Nacht. Zusammenhalt ist unsere Stärke.“ Ernsthaft? Wer spricht so? Außerdem ist es nicht Ls Stärke, wenn andere zusammenhalten, dieses „Uns“ stört mich, die Selbstherrlichkeit, mit der hier ins Regal gegriffen wird, und ja, Sie haben recht, ich bin schlecht gelaunt. 

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