Natürlich ist um viertel zwölf eigentlich alles zum Fußball gesagt, die Spiele sind kommentiert und analysiert worden, Reporter haben ihre sinnfreien Wie-Fragen gestellt, etwa „Wie wichtig war dieser Sieg?“ Zudem hatte Matthias Opdenhövel als ARD-Nachtwächter vor dem Mannschaftshotel in Lemberg aufgepasst, ob alle Fenster der Spielerzimmer dunkel sind.

Der Auftakt von „Waldis Club“ erwies sich dann als Einschlafhilfe für die Zuschauer, blieb, um in der Fußballsprache zu bleiben, ein ermüdendes Querpass-Gekicke älterer Herren. Waldemar Hartmann und seine Gäste Harald Schmidt, Jürgen von der Lippe, Hansi Müller und Matze Knop arbeiteten sich zunächst noch mal an Jerome Boatengs Hotel-Ausflug ab. Schmidt mutmaßte, der Bayern-Spieler habe sich mit den Mädels scharfe Videos von Didier Drogba angesehen, Jürgen von der Lippe gab eine Prognose für dessen Einsatz ab: „Für Boateng sehe ich schwarz!“

Ärgerliche Fouls

Auf diesem Niveau bewegten sich die meisten Einwürfe der Runde, in der nur Hansi Müller sich das angestrengte Witzeln verkniff. Matze Knop, frisiert als „Kult-Kaiser“, sorgte mit seinen Stimmen-Parodien von Thomas Gottschalk, Joachim Löw und Rainer Calmund noch für die besseren Gags, leistete sich aber auch ärgerliche Fouls, wie die Halbzeitansprache an die griechischen Kicker: „Los Männer, bewegt Euch - alles, was in Polen rumsteht, ist in einer halben Stunde weg.“

Unpassend erschien auch der äußere Rahmen: Die Runde sitzt nicht mehr in einem gemütlichen Club, sondern abgehoben auf einer Bühne. In der neuen Arena vor dem Bayerischen Bahnhof in Leipzig sind die Zuschauer mittlerweile recht weit weg. Einige Fans feierten sich mitten in der Show selbst – wie beim Spielen, in denen sonst nichts passiert.