Berlin - Professor Peter Schäfer, seit 2014 Direktor des Jüdischen Museums, ist von seinem Amt zurückgetreten. Staatsministerin Monika Grütters hat die Entscheidung des 75-jährigen, weltweit anerkannten Judaisten, angenommen. In der Öffentlichkeit wird er seit der Ausstellung „Welcome to Jerusalem“ kritisiert.

Die hatte nicht nur den Zorn von Mitgliedern der Berliner Jüdischen Gemeinde, sondern auch den von Israels Premierminister Benjamin Netanjahu erregt.

Schäfers Vertrag war im Mai noch um ein Jahr verlängert worden. Aber dann wurde ein Tweet der Presseabteilung des Museums bekannt, der auf eine Stellungnahme von 240 jüdischen und israelischen Intellektuellen hinwies, die sich dagegen wandten, dass der deutsche Bundestag die Israel-Boykott-Aufrufe der BDS-Bewegung („Boycott, Divestment, Sanctions“) als antisemitisch bezeichnet hatte.

Jüdisches Museum wurde im September 2001 eröffnet 

„Das Vertrauen der jüdischen Gemeinschaft hat die Leitung des Hauses verspielt“, erklärte daraufhin Josef Schuster, der Vorsitzende des Zentralrats der Juden. Er fände es nicht schlecht, „wenn es künftig eine jüdische Leitung im Jüdischen Museum Berlin“ gebe.

Das Jüdische Museum Berlin wurde im September 2001 eröffnet. Es ist das größte seiner Art in Europa. Es hatte im vergangenen Jahr mehr als 600.000 Besucher.

Es ist eine bundesunmittelbare Stiftung. Für den 20. Juni ist eine Sondersitzung des Stiftungsrates, Götz Aly ist eines der Mitglieder, des Museums einberufen.