Eine neue Nachricht sollte man manchmal vielleicht lieber nicht schreiben.
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BerlinHalt! Drücken Sie jetzt nicht auf den Senden-Knopf. Fragen Sie sich bitte erst, ob Sie diese Mail wirklich beantworten müssen. Wollten Sie sich womöglich nur bedanken, weil Ihnen jemand zum Beispiel eine Frage beantwortet hat. Das zeugte zwar von gutem Benehmen, ist aber leider auch umweltschädlich. Jede E-Mail kostet Energie, selbst wenn der Computer keinen Rauch ausstößt. Denn es stehen auf der ganzen Welt riesige Rechner herum, die Strom verbrauchen und gekühlt werden müssen, um die Online-Welt am Laufen zu halten. 

Bedenkliche Studie

Eine – oh weh – ebenfalls umweltschädliche Online-Recherche erbrachte zwar nur eine Studie aus Großbritannien zutage, aber sie ist ganz frisch und auf Deutschland, ja die ganze Welt übertragbar: Wenn jeder Engländer eine Mail weniger am Tag schicken würde, könnte das Land seinen Kohlenstoffausstoß um mehr als 16.000 Tonnen senken. Das entspricht 81.000 Flügen von London nach Madrid. Ob die höflichen Engländer, die sich sogar beim Aussteigen aus dem Bus beim Fahrer bedanken, ausgerechnet auf Thank-you-Mails verzichten, ist fraglich. Bedenkenswert sind die Zahlen trotzdem.

Schweigen ist besser

Das Umdenken findet schon statt: Der Kollege zu meiner Linken schlug vor, schon aufs Fragen zu verzichten, damit man erst gar keine Antworten bekomme, für die man sich dann  bedanken  zu müssen meint. Der Kollege schräg gegenüber beantwortet nur absolut wichtige E-Mails. Sein Umfeld solle aber wissen, dass er auch den Inhalt der übrigen zur Kenntnis nehme. Es sei hiermit darüber informiert.

Informiert seien auch meine sämtlichen Korrespondenzkontakte. Ich möchte   mich bei Ihnen an dieser Stelle für alle aktuellen und künftigen Mails mit Antworten, Hinweisen, Nachrichten und so weiter aufs Herzlichste und Höflichste bedanken. Ansonsten gilt: Lassen Sie uns unhöflich sein und schweigen.