Gedanken über die Sprache als Medium menschlicher Kommunikation macht sich auch die Ausstellung „Raus mit der Sprache“ in Luthers Sterbehaus in Eisleben.
Foto: Sebastian Willnow

Berlin - Dabei habe ich nichts gegen Schopska-Salat. Damals im Osten war er epidemisch. Sein Rezept kam aus der uns brüderlich verbundenen Volksrepublik Bulgarien, und er ließ sich mit seinerzeit verfügbarem Gemüse zubereiten. Das Zeug schmeckte. Wir, ha-ha-hatten ja sonst nichts. Nur das Wort nervte, zumindest mich. Es klang wie quietschende Kreide. Keine Ahnung, warum. Schopskenhauer? Umso lieber krähte, während ich mich unter Gehörkrämpfen wand, meine böse kleine Schwester „Schopska, Schopska“.

Nun, das mag meine Inselbegabung sein. Aber nur insoweit, wie es Balkansalat betrifft. Es kommt häufig vor, dass an sich harmlose Begriffe die Leute wuschig machen oder, neudeutsch, triggern. Einer Konstanzer Linguistin zufolge liegt das an der „multiplen Alarmfunktion“ von Sprache: Beim Hören unschuldiger Vokabeln produziere das Gehirn bisweilen unangenehme Bilder. Ich kenne Personen, die die Wendung „Stulle schmieren“ verabscheuen. Deren Assoziationsketten führen über Wagenschmiere und Schmierinfektionen direkt ins Dixi-Klo an der Autobahn.

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