Monika Maron, die vor drei Wochen öffentlich gemacht hatte, dass ihr langjähriger Verlag S. Fischer die Zusammenarbeit mit ihr beendet, hat einen neuen Verlag gefunden. Bei Hoffmann und Campe in Hamburg wird bereits im Dezember ihre Hunde-Erzählung „Bonnie Propeller“ erscheinen, die Fischer abgelehnt hat. Für April 2021 sei der Essayband mit dem Titel „Was ist eigentlich los?“ geplant, der noch im alten Verlagshaus angekündigt war. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor, die der Verlag Hoffman und Campe am Montagvormittag verschickt hat. Auch ein neuer Roman, an dem die Autorin arbeite, werde dort erscheinen.

Der 1781 gegründete Verlag Hoffmann und Campe, seit 2019 von Tim Jung geleitet, gehört wie etwa der Ratgeberverlag Gräfe und Unzer und der Kunstverlag Hatje Cantz zur Ganske-Gruppe. Es ist der Verlag von Siegfried Lenz und Edna O’Brien, von Wolf Haas und Claire Messud. In der Mitteilung lobt Tim Jung Monika Maron als eine der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftstellerinnen der Gegenwart, „die mit ihrem Schaffen dem gesellschaftlichen Diskurs, der für eine lebendige Demokratie unabdingbar ist, immer wieder wichtige Impulse gibt“.

An den Positionen der Autorin hatte sich in den vergangenen Jahren Streit entzündet. Monika Maron steht der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung kritisch gegenüber und warnt vor islamischen Einflüssen in der deutschen Gesellschaft. Ihr bisheriger Verlag erklärte die Trennung im Oktober mit der Veröffentlichung eines Sammelbandes der Autorin in der Edition Buchhaus Loschwitz. Dieser Kleinverlag wird in Vertriebsgemeinschaft mit dem Verlag Antaios betrieben. Den leitet der Aktivist der Neuen Rechten Götz Kubitschek. Und die Buchhändlerin unterhält auf YouTube mit der Frau von Kubitschek eine Art Buchclub. Die Fischer-Verlegerin erklärte gegenüber der Berliner Zeitung: „Wir wollten eine klare Distanzierung von einem publizistischen Netzwerk, in dem völkisch und rassistisch argumentiert wird.“

Der Verleger von Hoffmann und Campe lobt das Werk Marons für dessen „tiefe Menschlichkeit und poetische Eleganz“, von der sich die Leserinnen und Leser in Zukunft in seinem Haus überzeugen könnten. Wer ihre Romane wie „Zwischenspiel“, „Animal triste“ und „Endmoränen“ kennt, sehr eigenständige Werke in der deutschen Literatur, wird ihm zustimmen. Die Trennung des S. Fischer Verlags von seiner Autorin war begründet, auch wenn die Begründung ungeschickt spät kam. Der Zustand, dass eine solche für die deutsche Literatur bedeutende Autorin ohne Verlagsheimat dastand, ist nun beendet. Es ist an der Zeit, wieder über Texte zu sprechen.