Nelson Müller
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Nelson Müller (41) sieht in der aktuellen Rassismusdebatte die Gefahr einer dauerhaften Opferrolle für Schwarze in Deutschland. „Ich glaube auch, dass es wichtig ist, in die Vergangenheit zurückzugehen, den Kolonialismus aufzuarbeiten, aber ich glaube gleichzeitig, dass es die Gefahr gibt, dass dunkle Menschen immer in so einer Art Opferrolle bleiben“, sagte der TV-Koch und Autor jetzt der Süddeutschen Zeitung. Müller wollte damit offenkundig auf das Problem hinweisen, das trotz aller guten und also aufklärerischen Absichten in den gegenwärtigen Diskussionen entstehen kann – die stereotype Zuschreibung von Ohnmacht und die rassistische Bestätigung des Status quo.

Aber was könnten die Alternativen sein? Müller, der zwei Lokale in Essen und eines im Rheingau betreibt, schlägt Folgendes vor: „Ich würde mir wünschen, dass es mehr Werbung für ein normales Miteinander gibt. Das Problem habe ich auch mit der aktuellen Debatte, dass viel nur in Extremen gesehen wird.“ Müller möchte die weiße Mehrheitsbevölkerung in Deutschland nicht mit Maximalforderungen verschrecken, sondern hofft auf normative Kraft demonstrativer  Normalität. Hier sieht er allerdings Nachholbedarf: „Ich habe das Gefühl, dass es in den Neunzigern schon mehr Gesichter zum Beispiel im TV gab, an denen man sich als Andersfarbiger oder als Andersdeutscher orientieren konnte.“

Für Müller heißt die Hoffnung auf Normalität nicht kampfloses Abwarten. Erinnert sei nur an seine Reaktion, als der Fleischunternehmer und Schalke-Aufsichtsratschef Clemens Tönnies im vergangenen Jahr den Bau von Kraftwerken in Afrika empfohlen, damit „die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen“ und „Kinder zu produzieren“. Müller, der Sohn ghanaischer Eltern, sagte daraufhin: „Wir haben ja ein Grundgesetz. Mit solchen Aussagen wird immer wieder bewiesen, dass viele es einfach nicht verstanden haben. Will sagen: Die Leute brauchen scheinbar mehr Wissen und vielleicht braucht Herr Tönnies ja eine Weiterbildung.“

Ghislaine Maxwell (58) will gegen fünf Millionen Dollar Kaution auf freien Fuß kommen. Die seit Anfang Juli inhaftierte Ex-Freundin des verstorbenen US-Sexualstraftäters Jeffrey Epstein, ließ ein entsprechendes Dokument bei dem zuständigen New Yorker Gericht einreichen. Darin beteuern ihre Anwälte, es bestehe „kein Fluchtrisiko“. Maxwell werde ihre Reisepässe abgeben und sich mit einer Fußfessel in eine New Yorker Wohnung zurückziehen. Als Begründung für ihren Antrag auf eine Haftentlassung führen die Anwälte auch an, dass sich ihre Klientin im Gefängnis mit dem Coronavirus anstecken könnte. Sie betonen außerdem, Maxwell weise die gegen sie erhobenen Vorwürfe „entschieden“ zurück.

Ghislaine Maxwell mit Jeffrey Epstein: Mit diesem Bild suchte das FBI nach Hinweisen in dem Epstein-Fall.
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Die frühere Epstein-Vertraute war im Bundesstaat New Hampshire festgenommen worden und sitzt derzeit in einem New Yorker Gefängnis in Untersuchungshaft. Die Justiz wirft ihr vor, minderjährige Mädchen für Epstein rekrutiert zu haben, die von dem Investmentbanker dann sexuell missbraucht wurden. Maxwell soll am Missbrauch teilweise auch selbst beteiligt gewesen sein. Bei einer Verurteilung drohen ihr 35 Jahre Gefängnis. Eine Gerichtsanhörung ist für kommenden Dienstag geplant. Die Staatsanwaltschaft wird fordern, dass Maxwell bis zum Beginn des Prozesses in Untersuchungshaft bleibt – sie sieht eine große Fluchtgefahr bei der wohlhabenden Geschäftsfrau.

Die Tochter des verstorbenen britischen Medienmoguls Robert Maxwell besitzt Reisepässe aus Großbritannien, Frankreich und den USA. Bei der Kaution in Höhe von umgerechnet 4,4 Millionen Euro bieten die Anwälte dem Gericht an, dass sechs Geschäftspartner Maxwells für die Summe bürgen. Außerdem soll ein Anwesen in Großbritannien im Wert von 3,75 Millionen Dollar als Sicherheit dienen. Maxwells Festnahme war eine spektakuläre Entwicklung im Fall Epstein, in den auch der britische Prinz Andrew verstrickt ist. Jeffrey Epstein wurde im Juli 2019 festgenommen und im August tot in seiner Gefängniszelle in Manhattan gefunden. Nach Angaben des US-Justizministeriums nahm der 66-Jährige sich das Leben.

Dirk Nowitzki (42) macht jetzt in Cookies. Der NBA-Champion von 2011 investiert einen unbekannten Betrag in das amerikanische Unternehmen Tiff’s Treats, das warme Kekse auf Bestellung ausliefert. Insgesamt sammelte die Firma 15 Millionen US-Dollar, fünf Millionen mehr als angepeilt, in der aktuellen Expansionsrunde. Nowitzki, im Vorjahr vom aktiven Basketball zurückgetreten, sei „aufgeregt, Teil dieser Reise zu sein und diese Marke wachsen zu sehen“, hieß es in einem offiziellen Statement. Der Keks-Hersteller wirbt mit „interaktionsfreien Lieferungen“ – in Corona-Zeiten offenbar ein starkes Kaufargument.