Wie soll man Weihnachten planen, wenn man noch gar nicht weiß, wie sich die Pandemie bis dahin entwickeln wird? Und kommt man überhaupt in Weihnachtsstimmung, wenn es mit dem öffentlichen Glühweintrinken und dem gemeinschaftlichen Plätzchenbacken ebenso schwierig wird wie mit der großen Familienfeier?

Während sich unsereins den Kopf zerbricht, ist in England schon die Feiertagsstimmung da. Zum ersten Mal seit Jahren sind laut der Official Charts Company bereits Mitte November die Weihnachtsklassiker in den britischen Charts vertreten. Demnach sind die Verkäufe und Streams im Vergleich zur entsprechenden Woche im Jahr 2019 um mehr als 50 Prozent gestiegen. Fünfmal so viele Weihnachtslieder sollen in den Top-100-Single-Charts sein – angeführt von Mariah Careys Schnulzballade „All I Want for Christmas Is You“, gefolgt von Wham!s Glöckchenhit „Last Christmas“.

In einem Artikel der britischen Tageszeitung „The Guardian“ heißt es, dass die Engländer vermutlich nun die Weihnachtshits auflegen, um am Ende eines chaotischen Jahres ein Gefühl der Normalität und der Heiterkeit hervorzurufen. Eine These, die zu stimmen scheint, denn seit etwa zwei Monaten gibt es Lebkuchen in den Supermärkten zu kaufen und die meisten Weihnachtsfilme auf Streamingdiensten wie Netflix sind das ganze Jahr über zu sehen. So müsste das Weihnachtsgedudel eigentlich längst in den Charts platziert sein.

Doch auch in den globalen Spotify-Charts sind erst (oder schon) seit Mitte November einige Festtagslieder zu finden. Ob es für eine fröhliche Beschallung immer Mariah Carey oder Wham! braucht, ist vermutlich eine andere Sache. Zumal neue Weihnachtssongs von Musikern wie Chilly Gonzales, Robbie Williams und Ava Max erschienen sind. Bisher sind nur die altbekannten Lieder in den deutschen Charts zu finden – und das erst ab Platz 60. Ein paar Wochen haben die Deutschen ja noch.