Die Worte „O nata lux de lumine“ – „O aus Licht geborenes Licht“ – lassen Weihnachten assoziieren. Tatsächlich ist der liturgische Ort dieser Hymne das Fest der Verklärung Christi am 6. August. Doch wird in den ersten beiden Strophen auch die „Fleischwerdung“ erwähnt, sodass die Verwendung entsprechender Musikstücke im Zusammenhang mit Advent und Weihnachten auch ihre Berechtigung hat. Die sehr schöne Weihnachts-CD der Zurich Chamber Singers hat diesen Hymnus als Titel gewählt und beginnt mit der klassischen Vertonung des Textes des englischen und katholischen Renaissance-Meisters Thomas Tallis, eine im Satz fast kunstlos scheinende choralhafte Komposition, deren sachter Fall von den hohen in die tiefen Stimmlagen weniger das Licht imaginiert als die Dunkelheit, die es umgibt, unsere Dunkelheit: „Nimm die Gebete der Bittenden an.“

Gegenübergestellt wird diesem Werk eine von den Zurich Chamber Singers in Auftrag gegebene neue Fassung des Textes der 1993 geborenen Britin Rhiannon Randle: In ihr ist das mystische Licht zauberhaft imaginiert in aus einem Ton hervorwachsenden Akkorden und auch die Dringlichkeit der Bittenden durch gleich bittenden Händen aufsteigende Linien.

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