Berlin - Für den jungen Maler Alexander Iskin bietet der Lockdown eine völlig neue Form seiner sonstigen sendungsbewussten Selbstdarstellung. Der 30-jährige Berliner, der 2015 noch die Maccabi-Tischtennis-Europameisterschaft gewann, sitzt im Galerie-Schaufenster von Grisebach. Neben ihm hängen absichtlich schief zwei Gemälde seiner Stilkreation „Interrealismus“ aus lauter bunten wie explodierenden Formen und einem bemalten, von der Decke baumelnden Homunkulus. Die Galerie bietet jeweils 17 bis 18 Uhr seine Performance an. Und das bis zum 14. Februar. Hygienekonzept-gerecht hinter Glas.

Iskin hat ohnehin Übung, in von der Außenwelt abgeschlossenen Räumen Kunst zu machen. Letztes Jahr, noch bevor  Corona auftauchte, schloss der Maler sich sechs Wochen lang in die Galerie Sexauer ein, um für eine große Museumsschau zu malen. Per Webcam konnte man ihn beim Malen, Schlafen, Essen beobachten. Bis zur Kontaktsperre Mitte März 2020 freute er sich über einzelne Besucher, vor allem solche, die ihm was Leckeres zum Essen und Trinken mitbrachten. Nach ihm folgen dann bis Ende März weitere drei Künstlerinnen und Künstler. Wenn Corona die Kunst vorm Publikum wegsperrt, flüchtet sie sich halt ins Schaufenster – und die Protagonisten lassen sich anglotzen wie Tiere im Zoo. Den trotzig-kreativen Reigen, kuratiert von Anna Ballstrem, wird die Berliner Malerin Elvira Bach beschließen, indem sie die Fensterscheiben komplett zumalt.

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