Berlin - Der Anblick von Markisen hat mich immer tief ergriffen: Das warme Licht, dass sich unter dem braun-orange gestreiften Polyester sammelt. Geblümte Plastiktischdecken, straff über klapprigen Tischen. Wespen drängen sich erfolglos am Bierdeckel auf dem Limonadenglas. Die brütende Sommerruhe im Paradies hinter Geranien, Petunien, wenn man im weißen Monobloc-Plastikstuhl versinkt, als wäre es eine Recamiere. Hinter Gleitsichtgläsern über Kreuzworträtseln gebeugt, passt die Welt formgerecht in zwei Dutzend Zeilen und Spalten. Als Kind war Berlin für mich nicht Theater und Musik, Mauer und Denkmal, keine Szene, kein Kiez, kein Club: kein Brenn- und Sehnsuchtspunkt von Kultur und Hedonismus. Berlin war der Balkon meiner Großeltern: Geborgenheit und Friede. Großstadtidyll.

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