Die schärfste Kritik kam von der obersten Dienstherrin. Die Staatlichen Museen zu Berlin, ließ Kulturstaatsministerin Monika Grütters in einer Pressemitteilung zum Vandalismus auf der Museumsinsel ungehalten mitteilen, müssten sich erneut Fragen nach ihren Sicherheitsvorkehrungen stellen lassen. Sie habe Präsident Hermann Parzinger umgehend gebeten, dem Stiftungsrat dazu einen umfassenden Bericht vorzulegen. Zu klären sei, „wie diese vielen Beschädigungen unbemerkt vonstattengehen konnten und wie solche Angriffe in Zukunft verhindert werden sollen“.

Das ist die Frage der Stunde, und die Kulturstaatsministerin hätte passend dazu noch Auskunft darüber geben können, warum sie sich so lange an jenem Schweigekartell beteiligte, das die entstandenen Schäden 17 Tage lang im Stillen betrachtete und die Öffentlichkeit außen vor ließ. Grütters kühle Distanzierung ist ein weiteres Indiz dafür, wie beschädigt das Verhältnis der Staatsministerin zu den Museumsdirektorinnen und -direktoren ist, denen zuletzt in Gestalt eines von Grütters beauftragten Gutachtens gehörig die Leviten gelesen worden sind. Alles muss anders werden in den Museen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK), lautet seither grob die von Grütters auch politisch angestrebte Devise.

Lesen Sie doch weiter

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Oder das E-Paper? Hier geht’s zum Abo Shop.