Berlin - Unabhängigkeit ist für Journalisten ein hohes Gut. Wer nicht unabhängig berichtet, bekommt früher oder später ein Glaubwürdigkeitsproblem. Bedroht wird die journalistische Unabhängigkeit häufig durch fragwürdige Kooperationen mit Dritten, häufig mit Werbepartnern. Fragwürdige Kooperationen ging unlängst offenbar auch der Spiegel ein – zumindest sehen das manche seiner Redakteure so.

Da wäre zum einen die seltsame Werbepraxis der Spiegel-Podcasts. Deren Werbespots werden bisher nicht von Werbeagenturen zugeliefert, sondern von Spiegel-Redakteuren und Spiegel-Moderatoren vorgetragen. Da schwärmt etwa die Audio-Ressortleiterin Yasemin Yüksel zu Beginn eines Beitrags über das Mautdebakel des Bundesverkehrsministers von den „attraktiven Leasing-Angeboten“ des Werbepartners Skoda. Spiegel-Autor Tim Pommerenke freut sich in seinem Esports-Podcast, dass man „mit der Fritz-Box Cable“, ein Produkt des Werbepartners AVM, „das Maximum“ aus seinem „Anschluss herausholt“. Und weil der umstrittene chinesische Hightech-Konzern und Spiegel-Werbepartner Huawei „derzeit bei Vielen Fragen aufwirft“, verweist die freie Spiegel-Journalistin Teresa Sickert im Spiegel-Podcast „Netzteil“ frohgemut auf das „Zukunftsversprechen“ des Unternehmens.

Lesen Sie doch weiter

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Oder das E-Paper? Hier geht’s zum Abo Shop.