Begriffsküren sind ein hübscher Brauch und erfreuen sich ungebrochenen Interesses. Es ist ein Spiel, bei dem ein Detail der sprachlichen Entwicklung – die die Entwicklung der Gesellschaft eher unbemerkt abbildet und formt – unter die Lupe genommen wird. Und natürlich muss der Anglizismus des Jahres 2020 etwas mit Corona zu tun haben. Lockdown wurde gewählt. Auf den Plätzen dahinter landeten: Social Distancing, Superspreader, Homeoffice, Homeschooling, Shutdown.

So eine Wahl ist immer auch ein politisches Statement. Deswegen hat die Jury unter Vorsitz des Sprachwissenschaftlers Anatol Stefanowitsch (neuestes Buch: „Eine Frage der Moral: Warum wir politisch korrekte Sprache brauchen“) vor zwei Jahren das Gendersternchen zum Anglizismus des Jahres erhoben, was einerseits die Spielregeln strapazierte. Andererseits reizt das kleine Stachelding die Gemüter noch immer zuverlässig.

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