Es gibt ebensowenig eine Kunst der Geisteskranken, wie es eine Kunst der Magen- oder Kniekranken gibt.“ Das sagte Ende der 1940er-Jahre mit Nachdruck der französische Maler und Sammler Jean Dubuffet, auf den der Begriff „Art Brut“ zurückgeht. Darunter versteht man Bildwerke von sogenannten Außenseitern. Und sie gehören somit – welch ein Glücksfall für die Welt – in den Rang der Kunst.

Als der Arzt und Kunsthistoriker Hans Prinzhorn von der Heidelberger Universitäts-Psychiatrie um 1920 herum begann, Bildwerke von Patienten – gerade auch rückwirkend aus dem 19. Jahrhundert – zu sammeln, war deren Anerkennung als Kunst ferner als die Distanz der Erde zum Mond. „Irrenkunst“ hieß es abschätzig bis mitleidig. Wenn Geisteskranke malten, zeichneten, formten, war das lediglich eine Beschäftigung.

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