"Temperantia" von Edward Burne-Jones, nachgestellt von Suzanne King.
Foto:  Suzanne King@thesuzeum

BerlinVor einem liegt das lange Osterwochenende, aber wie sich beschäftigen, nachdem die Ostereier unter den Sofakissen viel zu schnell gefunden worden sind? Hier ein Vorschlag: Machen Sie doch bei der Getty-Museum-Challenge mit. Dazu braucht es nicht viel: Man muss erstens ein Kunstwerk auswählen, dann drei Gegenstände zusammensuchen, die bei einem zu Hause herumliegen, und drittens das Kunstwerk damit neu erschaffen. Wer möchte, kann das Ergebnis dann unter dem Hashtag #gettymusemchallenge mit der Welt teilen.

Sich hier durchzuscrollen ist höchst unterhaltsam: Beliebt ist etwa Munchs „Der Schrei“, wobei der in vielfarbigen Schichten leuchtende Abendhimmel mit Hilfe von Spannbettlaken und Handtüchern nachgelegt wird, die drei Gegenstände-Regel souverän ignorierend. Andere wieder brauchten nur einen einzigen Gegenstand, um ein Kunstwerk glaubhaft zu verkörpern, man schaue sich etwa die Version der Marmorfigur eines männlichen Harfenspielers der frühen Spedos-Typs an: Seine Rahmenharfe wird überzeugend durch einen Staubsauger samt Schlauch repräsentiert.

Spitzenkragen aus Klopapierrollen

Zahlreiche Kunstwerke nehmen auch Bezug auf eine der Ikonen der Corona-Zeit: die Klopapierrolle. Wer hätte gedacht, dass sie sich so gut als Spitzenkragen eignet, wie ihn im 17. Jahrhundert Männer trugen, als Repräsentation der Calla-Lilien, die Diego Riveras „Blumenverkäufer“ in einem Korb auf dem Rücken trägt, oder der Campbell-Tomatensuppendosen von Andy Warhol.

Wir selbst versuchten uns an Jaques-Louis Davids „Tod des Marat“. Dazu braucht man ein Betttuch, einen um den Kopf gewickelten Schal, ein Blatt Papier, das als Brief fungiert, und dann muss man nur noch die entsprechende Pose in der Badewanne einnehmen. Die richtige Perspektive machte beim Fotografieren dann Probleme. Ein Berliner Altbau-Badezimmer ist dafür einfach zu eng.