Berlin - Eine Bloggerin und Autorin, die bei Instagram rund zehntausend Follower hat, schrieb neulich, ihre größte Horrorvorstellung sei, dass sie einmal als Supermarktkassiererin arbeiten muss. Es klang, als sei das Leben als Supermarkt-Kassiererin ein persönlicher Makel, ein Ausdruck von individuellem Versagen. Als sei das Leben von Frauen, die kein Abitur haben und wenig Geld verdienen, irgendwie minderwertig.

Ich dachte an meine Tante, die bei Rewe an der Kasse sitzt. Was würde sie wohl dazu sagen? Hat die Autorin jemals mit einer Supermarkt-Kassiererin länger geredet? Wie war das mit der weiblichen Solidarität? Ich glaube, dass viele Leute so denken, gerade in der urbanen, großstädtischen Mittelschicht. Das sagt nur kaum einer so deutlich, aber man merkt es, wenn man sich in sozialen Medien bewegt.

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