Und wenn sie nicht gestorben sind, dann feiern sie Wiedervereinigung. Das Märchen von den Böhsen Onkelz ist ein sehr deutsches: Heldensage, Horror, Tragikomik, Splatter. 2004 kündigen sie ihren Rückzug an, mit typischem Pathos: „Aber – seien wir ehrlich zu uns – das ist die logische Konsequenz aus allem. Aus den vergangenen 24 Jahren, aus dem Keller in Hösbach und der ausverkauften Festhalle in Frankfurt. Die Onkelz hatten nie die Ambition, als Rockeremiten mit ergrautem Haar auf dem Rockolymp anzukommen, sondern wenn mit vollem Elan und nicht schon auf dem absteigenden Ast sitzend.“

Zehn Jahre später sitzt die Frankfurter Hardrockband wieder auf dem aufsteigenden Ast. Im Juni spielen die Böhsen Onkelz am Hockenheimring zwei Reunion-Konzerte, 180.000 Tickets zu 66,50 Euro wurden in kürzester Zeit verkauft, 13 Millionen Euro Umsatz. Auch Kevin Russell, 50, wird dabei sein. Nach dem Knast hat der blonde Sänger der Böhsen Onkelz an Körpermasse und Haarpracht zugelegt und ist wieder bereit für seine Paraderollen: Luzifer, Vollbart-Walküre, Kinderschreck.

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