Johnny Depp verlässt am Donnerstag mit seinem Anwaltsteam den High Court in London.
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Johnny Depp (57) hat prominente Unterstützung in seinem Londoner Gerichtsverfahren bekommen: Seine frühere Partnerin Winona Ryder (48) verteidigte ihn in einer schriftlichen Aussage gegen Gewaltvorwürfe. Das Londoner High Court behandelt seit mittlerweile zwei Wochen eine Verleumdungsklage Depps gegen den Verlag der britischen Boulevardzeitung The Sun – Chefredakteur Dan Wootton hatte in einem Artikel behauptet, der Hollywoodstar habe seine Ex-Frau Amber Heard (34) körperlich misshandelt. „Ich war absolut geschockt, verwirrt und ärgerlich, als ich von den Vorwürfe gegen ihn erfahren habe“, so Ryder jetzt. Sie habe ihn während der vierjährigen Beziehung nur als „wirklich guten Mann“ kennengelernt.

Ryders Feststellung, dass Depp „niemals gewalttätig oder ausfällig gegenüber irgendjemandem gewesen“ sei, passte zu einer weiteren Zeugenaussage: Auch die französische Sängerin Vanessa Paradis (47), mit der Depp zwei erwachsene Kinder hat, äußerte sich in einer schriftlichen Erklärung nur positiv über ihren Ex-Partner, mit dem sie 14 Jahre lang zusammen war. Sie habe ihn als „freundlich, aufmerksam, großzügig und nicht gewalttätig“ erlebt. Eigentlich war geplant, dass die Ex-Partnerinnen per Video für eine Befragung zugeschaltet werden sollen. Davon sah Depps Anwaltsteam dann aber doch ab. Die beiden wären sonst auch von der Gegenseite ins Kreuzverhör genommen worden.

Die Gegenseite: Das ist indes nicht nur der Zeitungsverlag der Sun, sondern auch die ebenfalls vors Gericht geladene Amber Heart: Sie hatte im Dezember 2018 in der Washington Post einen Artikel über Gewalt gegen Frauen geschrieben und darin angedeutet, auch ihr Mann habe häusliche Gewalt gegen sie ausgeübt – worauf sich in der Folge dann die Sun berief. Damit zielt Depps Klage auch auf seine Ex-Frau – das Paar trennte sich 2016 nach nur 15 Monaten Ehe – und beschuldigt sie, der „aggressive Teil“ in ihrer allemal konfliktreichen Beziehung gewesen zu sein. Der Künstler bestreitet, jemals gewalttätig gewesen zu sein und gestand vor Gericht nur ein, Probleme mit Alkohol und Drogen gehabt zu haben.

Diebin von anderer Frauen Leidensgeschichten: Schauspielerin Amber Heard am Donnerstag vor dem Londoner High Court.
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Heard gerät ohnehin immer mehr in Bedrängnis. Am Mittwoch sagte ihre ehemalige Assistentin Kate James vor Gericht, die Schauspielerin habe eine von ihr, James’, durchlittene Vergewaltigung als die eigene Leidensgeschichte ausgegeben. Sie habe Heard einmal in einem Gespräch ihr schreckliches Erlebnis anvertraut, so James, die 2012 bis 2015 für Heard arbeitete. Später habe Heard diese Geschichte „gestohlen“ und zu ihrem eigenen „Nutzen“ in ihre eigene umgewandelt. Das habe sie „natürlich sehr bestürzt und empört“, fügte sie hinzu. Es sei eine verletzende Grenzüberschreitung gewesen, so James, die damit auch Spekulationen über Heards Verfassung befeuerte. Ist Heard eine Borderlinerin?

Das Londoner Verfahren läuft also auch auf einen Rosenkrieg hinaus. Immer mehr Details kommen in die Öffentlichkeit. So hatte Depps Leibwächter Malcolm Connolly erst am Dienstag ausgesagt, er habe „in Australien und in Los Angeles“ gesehen, wie Depp von Heard geschlagen worden sei. Und Samantha McMillen, die seit 2002 als Depps Stylistin arbeitet und während der Beziehung des Paares auch für Heard tätig war, sind nach eigenen Angaben nie Verletzungen an der Schauspielerin aufgefallen: „Ich habe nichts als ihre wunderschöne Haut bemerkt.“ Zuvor war schon von vollgekoteten Betten und von abgeschlagen Whiskey-Flaschen amputierten Fingerkuppen die Rede.

Königin Elizabeth II. (93) hat sich in London einer überaus erfreulichen Angelegenheit gewidmet: Sie schlug den 100-jährigen Weltkriegsveteranen Tom Moore zum Ritter. Der Mann hatte mit einem Spendenlauf am Rollator in der Corona-Krise knapp 33 Millionen Pfund (etwa 36 Millionen Euro) gesammelt und es damit ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft. Das Geld ging an den chronisch unterfinanzierten staatlichen Gesundheitsdienst NHS. Eigentlich hatte der Senior mit nur 1000 Pfund an Spenden gerechnet. Er wollte sich damit bei den „wunderbaren“ NHS-Mitarbeitern bedanken, die ihm bei der Behandlung seines Hautkrebses und einer gebrochenen Hüfte geholfen hatten.

Da rollt er: Tom Moore mit seiner Gehhilfe vor seinen Haus in Marston Moretaine nahe Cambridge.
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Die Runden am Rollator absolvierte Moore in seinem Garten im Dorf Marston Moretaine nahe Cambridge. Mit seiner Aktion animierte er auch andere Briten zu Spendenläufen. Sein Vorbild wurde auch schon von anderen Mitgliedern des Königshauses gelobt, etwa von Prinz Harry (35) mit den folgenden Worten: „Es ist nicht nur das, was er getan hat, sondern auch, wie die Menschen darauf reagiert haben.“

Prinz Carl Philip (41) erinnert uns an die unterhaltsamen, da verschwenderischen Seiten des Lebens: der einzige Sohn von König Carl XVI. Gustaf von Schweden und Königin Silvia feiert sein Motorsport-Comeback. Beim ersten Lauf des skandinavischen Porsche Carrera Cups im schwedischen Falkenberg wird der Adelige an diesem Wochenende auf die Rennstrecke zurückkehren, teilten die Veranstalter am Freitag mit. Carl Philip ist ein großer Motorsport-Fan und fährt seit 2008 in verschiedenen nationalen Rennklassen mit, hatte zuletzt aber ein Jahr familienbedingter Auszeit vom Rennsport genommen.

Siegen ist auch schön: Prinz Carl Philip ist leidenschaftlicher Rennfahrer.
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Jetzt aber will er auf die Asphaltpiste zurück: „Im letzten Jahr wollte ich mehr Zeit mit der Familie und den Jungs haben, das war herrlich. In diesem Jahr funktioniert es wieder zu fahren.“ Der neue, richtige, wahre, da familienferne Sinn des Lebens: Im Kreis fahren.