Ihr Name ehrt das spanische Königshaus: die mexikanische Biermarke Corona.  
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BerlinCorona kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Krone“. Wissenschaftler haben die in den 60er-Jahren entdeckten Viren so genannt, weil ihre Form unter dem Elektronenmikroskop an eine Krone erinnert. Außer uns Menschen kontaminiert das Virus jetzt in gewissem Sinne auch zwei bekannte Marken. 

Die meisten haben bei Corona bis vor wenigen Wochen vor allem an das mexikanische Bier gedacht. Es wird seit 1925 gebraut, ist aber erst in den letzten 15 Jahren zu einer der führenden Biermarken geworden. Nun leidet es unter dem üblen Virus: Der Absatz ist deutlich zurückgegangen. Die Erfinder des Namens wollten damit das spanische Königshaus ehren, dessen Krone das Flaschenetikett bis heute ziert, die in Mexiko-Stadt ansässige Brauerei gehört schon lange dem belgischen Konzern Anheuser-Busch.

Man könnte auch von "wichtigen" Gründen sprechen

Und es gibt den Toyota Corona, eines der meistverkauften Modelle des japanischen Konzerns und das erste, mit dem dieser Ende der 60er-Jahre in Europa und den USA Fuß fassten. 2001 endete seine Produktion, doch der Name ist noch immer eng mit Toyota verbunden. Wird Corona nun das Jahr des Wortes 2020? Es liegt nahe, zu nahe. In Deutschland aber hat mit der Viruskrise ein bislang wenig gebrauchtes Wort Karriere gemacht: triftig.

Man brauche triftige Gründe, um noch auf die Straße zu gehen, heißt es in den Notverordnungen. Es klingt wie ein Zauberwort, mit dem sich die neuen Beschränkungen im Zweifel überwinden lassen. Wer auf die Idee gekommen ist, es für diesen Zweck einzusetzen, lässt sich wohl nicht mehr nachvollziehen. Man hätte ja auch einfach von „wichtigen“ oder „schwerwiegenden“ Gründen sprechen können.

2019 wählte man die "Respektrente" 

Triftig klingt noch ein wenig verzwickter, so einfach soll es nicht sein, ist die Botschaft. Triftig ist ein altes deutsches Adjektiv. Es leitet sich laut Grimm’schen Wörterbuch aus dem Mittelhochdeutschen und dem Verb treffen her: Ein Ziel erreichend, treffend, triftig. Seit dem 17. Jahrhundert findet es sich heute vor allem im juristischen Sprachgebrauch. So tauchen die „triftigen Gründe“ an manchen Stellen im Bürgerlichen Gesetzbuch auf. Das dürfte auch der Grund für die Wahl des Wortes in den aktuellen Verordnungen sein. Nun aber ist es in aller Munde, und daher ein guter Kandidat für das Wort des Jahres. Im vergangenen Jahr war das „Respektrente“. Das waren andere Zeiten.