Das Herausschreien von Frust oder Unglück ist der erste Schritt zu dessen Überwindung. Davon war jedenfalls der amerikanische Psychiater Dan Casriel überzeugt, der die Schrei-Therapie in den experimentierfreudigen 1970er-Jahren entwickelt hat. Vielleicht ist jetzt die Zeit für ein Revival. Denn Grund zum Schreien gibt es gerade mehr als genug. Nur so wenig Gelegenheit, selbst bei stummgeschaltetem Mikro im Homeoffice – aus Gründen der Rücksicht auf Mitbewohner, Nachbarn, Passanten und andere Lebens- und Verkehrsteilnehmer. Hier kommt Island ins Spiel.

Das Land stellt sich schreibedürftigen Lockdown-Geschädigten auf der ganzen Welt zur Verfügung. Zu diesem Zweck haben die Isländer an einsamen Orten – und darüber verfügt das Land bekanntermaßen massenhaft – Lautsprecher aufgestellt, mit deren Hilfe Schreie aus aller Welt in die schöne Landschaft hinausgestoßen werden. Die Lautsprecher sind gelb und tragen die aufmunternde Aufschrift: Let it out – lass es raus.

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