Jetzt, wo jeder und jede zu wissen meint, was zu tun ist, fällt immer wieder das Wortpaar „schwere Waffen“. Sie werden vom ukrainischen Staat zu seiner Selbstverteidigung gefordert, aber seitens der deutschen Politik zögert man, sie bereitzustellen. Es muss sie wohl geben, hört man. Aber sie sind nicht gleich einsatzfähig, zum Teil wohl auch deshalb, weil sie zuvor erst gründlich gewartet werden müssen. Seitens einiger Experten wird betont, dass sie nicht gleich nach Ansicht eines Youtube-Videos fortzubewegen seien.

Als anerkannter Kriegsdienstverweigerer und Absolvent des zivilen Ersatzdienstes habe ich weder gedient noch mir angemessene Kenntnis über militärische Fahrzeuge und Waffen angeeignet. Aus meiner Kindheit ist mir kurioserweise das Wort „Panzerspähwagen“ im Gedächtnis geblieben, das als Oberbegriff verschiedener Fahrzeuge gilt, die von der Deutschen Reichswehr bzw. Wehrmacht eingesetzt wurden. Aufgrund der Einschränkungen der Versailler Verträge, so habe ich nachgelesen, befasste sich die Reichswehr bald nach Beendigung des Ersten Weltkrieges intensiv mit der Mobilisierung und Motorisierung des Heeres. Die sogenannten Panzerspähwagen gingen aus dieser Überlegung hervor, man setzte auf Wendigkeit und Flexibilität.

Eine besonders drastische Kriegswirklichkeit

Die Forderung seitens der ukrainischen Streitkräfte, die sich nun viele zu eigen machen, legt die Vermutung nahe, dass die anfangs für übermächtig gehaltene russische Armee zumindest am Boden einen konventionellen, beinahe antiquierten Krieg führt.  Territoriale Eroberung geht einher mit brutalen Angriffen auf die ukrainische Zivilbevölkerung, als käme es darauf an, die Kriegswirklichkeit besonders drastisch zum Ausdruck zu bringen.

Schwere Waffen, so kann man auf einer informativen Internetseite der Bundeszentrale für politische Bildung (sicherheitspolitik.bpb.de) nachlesen, „bilden auch heute noch den Kern moderner Streitkräfte. Dazu zählen Kampfpanzer, Kampfflugzeuge, Kriegsschiffe und U-Boote. Sie sind einerseits von Klein- und Leichtwaffen und andererseits von atomaren, biologischen oder chemischen Massenvernichtungswaffen zu unterscheiden.“ Insgesamt werden als schwere Waffen alle militärischen Rüstungsgegenstände bezeichnet, die in die Kategorien Gepanzerte Fahrzeuge, Artillerie, Kampfflugzeuge und Großkampfschiffe unterschieden werden. Es sieht so aus, als wäre es hilfreich, nicht einfach bloß mitzureden, sondern sich eingehender mit derlei Begriffen vertraut zu machen.