Köln - Im „Tatort Treibjagd“ beschäftigten sich die Ermittler Julia Grosz (Franziska Weisz) und Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) mit einem erschossenen Einbrecher. Eine TV-Kritik.

Der Fall

Bei einem nächtlichen Einbruch wurde der junge Täter von dem Hauseigentümer Dieter Kranzbühler (Jörg Pose) erschossen. Der Schütze gab an, aus Notwehr gehandelt zu haben. Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) und seine Kollegin Julia Grosz (Franziska Weisz) hatten da erhebliche Zweifel. Die Waffe, die der Einbrecher hatte, war eine Attrappe, außerdem hielt er sie in der rechten Hand, obwohl er Linkshänder war. Und Kranzbühler hatte auf die Freundin des Toten geschossen. Die war auf der Flucht – und wurde nicht nur von der Polizei, sondern auch von Dieters Bruder Bernd (Andreas Lust) gesucht.

Die Lösung

Die Zuschauer hatten einen Wissensvorsprung, denn gleich nach den tödlichen Schüssen hatte Dieter seinem Bruder den wahren Tatablauf gestanden. Angestachelt von Bernds und Siggi Reimers (Sascha Nathan) Meinungsmache im Internet hatte er beschlossen, Selbstjustiz zu üben. Er erschoss den Einbrecher und verwundete dessen Freundin. Dann legte er ihm die Pistole in die Hand. Bernd wollte daraufhin Maja vor der Polizei finden, um sie zum Schweigen zu bringen. Er versuchte sie zu erdrosseln, ließ dann aber von ihr ab. Da erstach sie ihn.

Das Thema

Mit den sozialen Netzwerken hat der Hamburger Ermittler Falke es offenbar nicht so. Als er und Kollegin Grosz im Rahmen ihrer Ermittlungen rund um eine Einbruchsserie in das Visier von Wutbürgern gerieten und im Internet massiv angegangen wurden, war Falke überrascht. Er glaubte, dem Problem mit Ausblenden Herr werden zu können. Die Mechanismen hinter dem Shitstorm verstand Grosz weit besser.

Fazit

Die dunkle Jahreszeit ist Hochsaison für Einbrecher, dieser „Tatort“ passte also in die Jahreszeit, das ist ja auch nicht immer so. Wie die Angst vor einer Einbruchsserie Durchschnittsdeutsche zu Wutbürgern macht, arbeitete „Treibjagd“ (Buch: Benjamin Hessler, Florian Oeller, Regie: Samira Radsi) allerdings leider nur in Ansätzen heraus, auch Falkes naiver Umgang mit den Regeln des Internets und dem Shitstorm verwunderte. Dennoch gelang es diesem Film, einige wichtige Fragen aufzuwerfen und Spannung aufzubauen.