Schöner als das Internet: ein Buchladen.
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Man kann über die Internet-Kaufmöglichkeiten für Bücher erzählen, was man will, sie decken jedoch nur einen Teil der Grundversorgung. Der Börsenverein des deutschen Buchhandels veröffentlichte am Mittwoch Zahlen, die dies belegen. In der Zeit vom 23. März bis 19. April, als bis auf Berlin und Sachsen-Anhalt alle Bundesländer die Buchhandlungen geschlossen hatten, lag der deutschlandweite Umsatz 65,7 Prozent unter dem des Vorjahreszeitraums. Und das obwohl viele Buchhändler per Fahrradkurier oder an der Fensterluke weiterhin verkauften, was ihre Kunden telefonisch orderten. Beraten konnten diese aber nicht, das Stöbern, In-die-Hand-Nehmen, Reinblättern war den Kunden verwehrt.

Der umsatzstärkste Tag im ersten Halbjahr 2020 war der 17. März, ein stinknormaler Dienstag eigentlich. Nicht aber in diesem Jahr. Am Tag zuvor hatten die Bundesregierung und Regierungschefs der Bundesländer die Leitlinien zum Vorgehen im öffentlichen Bereich angesichts der Pandemie verkündet: Bevor die Buchhandlungen sich in den Corona-Schlaf verabschieden mussten, deckten sich Lesebedürftige noch ein.

Hat sich von Jahresbeginn bis Mitte April ein Umsatzminus von 21,1 Prozent angestaut, geht es seither wieder zurück, melden die Händler nun froh. Im Kinder- und Jugendbereich sind inzwischen sogar mehr Bücher gekauft worden als im verhältnismäßig friedlichen Jahr 2019.

Die Konzepte der Verlage und des stationären Buchhandels, mit eigenen Webseiten und über Portale wie Genialokal.de online zu verkaufen, haben in der Krise also genauso wenig die Löcher stopfen können wie das Internetkaufhaus Amazon. Viele Leser brauchen offenbar den Kontakt, die Bindung an einen Laden und an jemanden, der sich auskennt. Im Vergleich der Jahre 2018 und 2019 ist übrigens, auch das wurde am Mittwoch mitgeteilt, die Zahl der Buchkäufer leicht zurückgegangen. Das aber haben die Verlage nicht zu spüren bekommen, denn die verbliebenen Kunden erwarben etwas mehr.