Lorena Handschin, Felix Goeser und Regine Zimmermann 
Foto: Future Image/T. Bartilla

Berlin - Zdeněk Adamec? Nicht vielen dürfte dieser Name etwas sagen. Vielleicht werden es nach dem gleichnamigen, im Sommer in Salzburg uraufgeführten Stück von Literaturnobelpreisträger Peter Handke ein paar mehr sein. Dabei ist ihre Unbekanntheit etwas, das der Figur einen poetischen und tragischen Glanz verleiht.

Der Tscheche Zdeněk Adamec sei sogar in Humpolec, seinem Wohnort, kaum mehr als ein Gerücht, heißt es in dem Stück, das aus einer Szene besteht. Und „aktuell“ sei seine Geschichte heute ohnehin nicht. „War es schon seinerzeit kaum.“ – „Adamec – hieß so nicht ein Eishockeyspieler?“, fragt einer der Sprecher und vernichtet mit dieser unbedarften Verwechslung das sinnlose Martyrium eines 18-Jährigen, der sich am 6. März 2003 auf dem Prager Wenzelsplatz selbst verbrannt hat, als einer der vielen Epigonen von Jan Palach, der im Januar 1969 auf diese Weise gegen die Niederschlagung des Prager Frühlings protestierte und in die Geschichtsbücher einging.

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