Etwa vier Millionen Muslime leben in Deutschland, rund 2600 Moscheegemeinden soll es geben. Genaue Zahlen gibt es nicht. Nicht in allen wird ein toleranter, weltoffener  Islam  gepredigt. Gilt die Glaubens- und Religionsfreiheit auch  noch, wenn die Predigten nicht den Grundsätzen unserer Verfassung entsprechen? Wie steht es um die Moscheen in Deutschland? Tragen sie zur Integration der Muslime bei oder ist genau das Gegenteil der Fall? Diesen Fragen ist die ZDF-Dokumentation  Zoom „Die Moschee nebenan“ am Mittwochabend nachgegangen.

Vor allem die DITIB-Moscheen  (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion) geraten  zunehmend in die Schlagzeilen, weil dort in der Vergangenheit immer wieder Imame predigten, die als islamistisch gelten. Man wirft ihnen vor, der lange Arm des türkischen Präsidenten Erdogan zu sein. Sie werden von der türkischen Religionsbehörde Diyanet nach Deutschland entsandt.

43 Prozent der Männer in Deutschland, die sich in der Vergangenheit dem Dschihad anschlossen, waren nach Angaben des Verfassungsschutzes vorher in einem Moscheeverein tätig. Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen sagt, dass rund 100 Vereine und Moscheen als extremistisch eingestuft werden. Aber nur zehn seien seit 2002 verboten worden, heißt es in dem Bericht. Solange es keine Beweise gebe, könne man nichts machen und nur beobachten, da wir in Deutschland Glaubens- und Religionsfreiheit hätten,  erklärt Maaßen.

Berliner Al-Nur-Moschee im Fokus

Auch die Berliner Al-Nur-Moschee habe immer wieder vor der Schließung gestanden, heißt es in der Doku. Passiert sei  jedoch nichts. Sie stünde in dem Verdacht, dass hier die gefährlichsten Islamisten predigten. Sowohl der Hass-Prediger Pierre Vogel als auch Denis Cuspert, Ex-Rapper Deso Doggund radikaler dschihadistischer Salafist, der sich mit syrischen IS anschloss, hatten engen Bezug zu der Berliner Moschee. 

Imame hetzten hier auch schon gegen Juden. „Das ist eine Meinung, jeder hat das Recht auf eine eigene Meinung“,  sagt der Hauptimam der Al-Nur-Moschee, Sheikh Nasser El-Issa.  Er meine ja nicht alle Juden, erklärt er beschwichtigend.

Schwere Vorwürfe erhebt in dem Beitrag Susanne Schröter vom Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam gegen viele der Predigten. In den Freitagspredigten werde nicht nur religiöses Gedankengut, sondern immer wieder auch politisches gepredigt, erklärt sie. Immer wieder ginge es auch um den Märtyrertod. „Eine fatale Verbindung zum gefährlichen Islamismus“, warnt Schröter. Denn dies würde junge Leute befeuern, Anschläge auszuüben.  Das Märtyrertum werde glorifiziert.