ZDF-Film „Die Tote in der Berghütte“: Ein Thriller, nur ohne Thrill

Fünf Schulfreundinnen treffen sich nach Jahren wieder und verbringen eine Nacht auf einer Berghütte im Österreichischen. Sie eint ein schreckliches Ereignis von früher, ihr Ausflug wird zum Alptraum in den Alpen. Das ist die Grundkonstellation des ZDF-Thrillers „Die Tote in der Berghütte“, den die Autorin Agnes Pluch und der Regisseur Thomas Roth gefertigt haben. Als Vorlage diente der Krimi „Warten auf Poirot“ von Nora Miedler, was aber auch nichts genutzt hat. Genauso wenig wie der irreführende Titel, denn am Ende gibt es nicht nur eine Tote zu beklagen. Auch der koproduzierende ORF griff beherzt daneben, hier lief der Film unter dem Titel als „Blutsschwestern“.

Diese Formalie wäre nun lässlich, wenn der Inhalt passen würde. Macht er aber leider nicht. Das ist umso bedauerlicher, weil dem Film gute Schauspielerinnen zur Verfügung stehen. Allein voran die wunderbare Silke Bodenbender, deren Charly in die Heimat reist, um ihre Jugendliebe Max zu besuchen. Doch dann stehen die Freundinnen am Bahnhof und aus der trauten Zweisamkeit wird ein fürchterlicher Fünfer. Nicolette Krebitz, Nora von Waldstätten, Franziska Weisz und Edita Malvcic komplettieren das Ensemble, doch auch sie können nicht verhindern, dass hier bestenfalls ein mäßiger Film zu begutachten ist.

Handelsüblicher Spannungsbogen

Dafür sind die Motive zu sorgsam ausgebreitet, bis auch der Letzte versteht, dass es hier um Vergangenes und Verdrängtes geht. Schon als Kinder waren die Fünf in der Berghütte, dann schoss die eine mit einem Gewehr in den Wald hinein, und ein Mann fiel blutüberströmt heraus. Nun müssen reihenweise Aggressionen aufbrechen, unterstützt von in verschiedenster Form vorgetragenen Verurteilungen, Verwünschungen und Verdächtigungen.

Um wenigstens so etwas wie Spannung zu imitieren, greift Regisseur Roth zu den handelsüblichen Mitteln. Er lässt ein Gewitter aufziehen und die Fensterläden ordentlich klappern, dazu blitzt und donnert es, was die Blitz- und Donnermaschinen hergeben. Und als ob das nicht schon schauerlich genug wäre, klopft es auch noch an der Türe, und eine Klinke klinkt. Hu!

Am Ende gibt es die große Aufklärungsarbeit, dabei werden Sätze wie „Das eigene Gewissen ist der schärfste Richter“ gesagt. Und dann ist zum Glück für alle Beteiligten auch bald Schluss. Die Dreharbeiten in den Bergen habe sie an einen Schulskikurs erinnert, befand Franziska Weisz. Nur ohne Schnee. Herausgekommen ist ein Thriller, nur ohne Thrill.

Die Tote in der Berghütte, 20.15 Uhr, ZDF