Allein das Geräusch dieses Motors klingt rau, heiser, knurrend, wie ein Raubtier kurz vorm Angriff. Es tönt nicht nur aggressiv, es macht aggressiv. Als ein junger Schnösel (Aaron Hilmer) nachts mit einem getunten Ford Mustang durch ein ruhiges Westberliner Wohngebiet röhrt, fühlt sich ein Anwohner (Lucas Gregorowicz) so gestört, dass er auf die Straße rennt und ihn aus dem Wagen zerrt. Anderentags wird der Sportwagen von der Polizei abgeschleppt. Jemand fordert eine Millionen Euro Lösegeld für den verschwundenen Fahrer, den 19-jährigen Sohn eines schwerreichen Sportwagenhändlers. Doch auch den Kommissar Martin Brühl (Roeland Wiesnekker) macht der Nobelschlitten wütend. Als ein junger Streifenpolizist den Ford Mustang als „Prachtkerl“ und „geiles Teil“ feiert, entgegnet der Chefermittler barsch, er halte das Auto für eine „furzende Blechgurke“, gemacht für große Jungs mit ganz dicken Eiern und einem ganz kleinen Schwanz.

Die lose ZDF-Reihe um den Berliner Kommissar war vor drei Jahren mit dem düsteren Thriller „Der Kommissar und das Kind“ eröffnet worden. Der Fall um eine Kindesentführung nahm Brühl damals psychisch stark mit. Im zweiten Fall, wieder stimmig in Szene gesetzt von Regisseur Andreas Senn, bleibt der ruppige Kommissar zwar etwas distanzierter, widmet sich aber ebenso emphatisch einem daueraktuellen Thema – übermotorisierte Sportwagen und SUVs als potenzielle Mordwaffen.

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