Die Nazi-Familie wird an Schnüren aufgehängt wie die Hühnerschar von Witwe Bolte, die KZ-Aufseherin muss im Feuer „schmurgeln“ und der englische Kollaborateur wird gefesselt, mit Schwarzpulver bestrichen und angezündet. „Stopf, stopf stopf – Pulver in den Pfeifenkopf!“ höhnt Ex-GI Moritz (Logan Marshall-Green), der 1946 in Berlin die „Streiche“ von Wilhelm Busch brutal nachspielt und das Vorbild dabei umdreht. Denn Moritz fühlt sich nicht als Bösewicht, sondern als „furchtloser Nazijäger“. Witwe Bolte und Lehrer Lämpel, bei Wilhelm Busch noch biedere Opfer, sind für ihn Wegbereiter von Hitler.

Ausgedacht hat sich diesen unkonventionellen Umgang mit der deutschen Geschichte der Schwede Mans Marlind, dem aufgefallen war, dass es kaum Filme über die Nachkriegszeit gebe und gar keine Verfilmung der Max-und-Moritz-Streiche. Allein diese Annahmen deuten an, wie unbekümmert-unbedarft der Autor und Regisseur antritt – denn natürlich gibt es unzählige Filme über die Trümmerjahre und sogar Verfilmungen nach Wilhelm Busch. Neu ist nur die bizarre Kopplung. Doch ist sie auch originell?

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