Die Agentur Digital in Berlin kennen die Berliner vor allem als Gastgeber des schicken Kiezsalons in der Musikbrauerei. Zu den Dingen, die mich von vornherein für diese Veranstaltung eingenommen haben, gehört der konzeptuelle Widerspruch im Namen. Kiez ist ein Begriff mit Stallgeruch; als Nicht-Berliner sollte man sich, solange es geht, dagegen wehren.

Wobei natürlich alle Großstädter zur Verkleinstädterung ihrer Viertel und einem gewissen Nachbarschaftskitsch neigen. Wofür es übrigens Gründe gibt, die man umso mehr erkennt, je stärker so ein Kiez gentrifiziert, also fremderobert wird. Plötzlich kennt man die Leute halt nicht mehr, die in den Kneipen, Cafés und Kiosken um die Ecke leben und in den Wohnungen nebenan wohnen. Die Alten ziehen weg, die Neuen brauchen viel Geld für teure Mieten und haben keine Zeit, ihr Viertel zu beleben. Aber ohne ein wenig zu kuscheln, gibt es auch keinen Kiez.

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