An dieser Stelle hätte ein Bericht über eine Veranstaltung stehen sollen, aber mich hat abrupt die Lust verlassen, der Einladung zu folgen und darüber zu schreiben. Das hat nichts mit der Mittagshitze zu tun, in der man ungern sein klimatisiertes Großraumbüro verlässt. Die Entscheidung dagegen habe ich getroffen, damit dieser Veranstalter durch uns nicht unnötig bekannter wird, als er schon ist. Stattdessen wird dieser Mensch und was auch immer er da abzieht, nun ignoriert.

Wenn Sie das hier lesen und verstehen, dass Sie gemeint sind, passt das vermutlich in Ihr Weltbild, denn Sie haben ohnehin keine gute Meinung von der Presse und teilen diese Einstellung mit Ihren Kumpels von AfD und Pegida. Sie beschimpfen uns Journalisten in Ihren Veröffentlichungen unter anderem als „Maulhuren“ oder „Sudel-Journaille“. Hallo? Ich bin einer von den wenigen (wie Sie behaupten) Journalisten, die Sie so freundlich ausgesucht und für eine Einladung würdig befunden haben. Sie standen schon in meinem Kalender! Dann habe ich zur Vorbereitung ein bisschen in Ihrem pöblerisch-verschwurbelten Werk gelesen, in dem Sie noch einiges menschenverachtendes Zeug schreiben zum Beispiel über ... Ach, wozu soll ich das hier reproduzieren?

In dem Fall bin ich gern der Gatekeeper

Außerdem muss ich natürlich aufpassen, dass ich nicht aus Versehen verrate, worum und vor allem um wen es geht. Und unbedingt ist es zu vermeiden, die Sache und den Menschen durch dieses gezielte Beschweigen irgendwie interessanter aussehen zu lassen, als sie sind. Zu behaupten, dass Sie uninteressant wären, ist allerdings auch nicht möglich, weil ich mich ja weigere, Zeuge zu sein. Ein Paradox!

Aber das weitaus größere Paradox ist, dass solche Typen wie Sie wieder und wieder auf allen möglichen Kanälen und Sendern die Öffentlichkeit suchen, um dann unter anderem von „Lügenpresse“ und „Zensur“ zu sprechen und damit weiter Aufmerksamkeit und Klickerfolge zu erzielen. Nö, da bin ich doch gern der Gatekeeper: Hier klappt das diesmal nicht.