Berlin - Der umstrittene Tigerkäfig vor dem Maxim Gorki-Theater muss abgebaut werden. Wie der RBB auf seiner Internetseite berichtet, hat das Bezirksamt Berlin-Mitte dem Zentrum für Politische Schönheit die Genehmigung für ihre Kunstaktion "Flüchtlinge Fressen" entzogen.

Der Leiter des Straßen- und Grünflächenamtes Harald Büttner habe demnach erklärt, dass die Aktionskünstler den Käfig unter falschen gesetzlichen Rahmenbedingungen angemeldet hatten. Die Aktion sei beim Straßen- und Grünflächenamt als Informationsveranstaltung "Geschichte des Grundgesetzes seit dem römischen Reich bis heute" angemeldet und genehmigt worden. Damit habe die tatsächliche Aktion jedoch nichts zu tun.

Nach Büttners Einschätzung handele es sich viel eher um bewusste politische Provokation, die eigentlich bei der Polizei angemeldet werden müsste: „Das Berliner Straßengesetz sieht politische Agitation im öffentlichen Raum nicht vor, sondern es handelt sich dann nach meiner Einschätzung um eine Versammlung, die beim Polizeipräsidenten anzumelden wäre.“ Diese Anmeldung sei nicht erfolgt, weswegen der Bezirk nun seine Sondernutzungserlaubnis zurückziehe. Außerdem sei eine Verfügung erlassen worden, die Aktion mit lebenden Tigern sofort zu beenden, heißt es.

Das Zentrum für politische Schönheit konterte auf Facebook: „Wir machen gerade die versprochene Informationsveranstaltung und bauen gar nichts ab. Seit wann können Informationen nicht mehr provozieren?“

Die für Provokationen bekannte Künstlergruppe Zentrum für politische Schönheit fordert eine Änderung der Flüchtlingspolitik. Ihre Drohung: Sonst seien Flüchtlinge bereit, sich den Tigern öffentlich zum Fraß vorwerfen zu lassen. (BLZ/dpa)