Schönheit, das ist, wenn ein junger Mann 25 Jahre nach dem Fall der Mauer an den Zaun aus rostigem Stacheldraht tritt, der einst die Grenze des Ostblocks markierte; es wurde damals geschossen, wenn Menschen aus der DDR hier den Weg in die Freiheit suchten. Der Mann nun tritt mit rußgeschwärztem Gesicht an den alten Zaun, wo ein bulgarischer Grenzbeamter ihm den Weg versperrt, ihn umringen Kameras und Mikrofone, dahinter drängen Dutzende junge Menschen, für einen Moment herrscht angespannte Stille: „Wir wollen den neuen Zaun sehen“, sagt der Mann. „Wir werden euch nicht durchlassen“, sagt der Grenzbeamte. Die Menge ruft, die Mauer muss weg, wie damals, und dann: No border, no nation, stop deportation. Das ist der Schlachtruf von heute.

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