Köln - Sie schreibt über Pudernuancen und Nagellack, in ihren Videobeiträgen plaudert sie über Flechtfrisuren und erteilt gut gelaunt Stylingtipps. Mode, jugendliche Schönheit und Beziehungen – das sind ihre Themen. Und damit ist die 24-jährige Zoe Sugg zu einer der populärsten Videobloggerinnen Großbritanniens avanciert.

Die Geschichte von Zoe Sugg alias „Zoella“, sie ist eine reine Erfolgsstory. Und sie gipfelt in der Veröffentlichung von „Girl Online“, Suggs erstem Buch. In Großbritannien bereits im November 2014 im Penguin Random House Verlag erschienen, verkaufte sich der Titel allein in der ersten Woche knapp 80000 Mal – laut des Magazins „The Bookseller“ ein Rekord für ein Erstlingswerk. In Deutschland ist „Girl Online“ seit dem 23. Februar bei cbj erhältlich. „Das Buch läuft gut“, teilte Pressesprecherin Renate Grubert auf Anfrage mit – konkrete Zahlen nennt der Kinder- und Jugendbuchverlag von Random House derzeit jedoch noch nicht.

Während Sugg hierzulande vergleichsweise noch unbekannt ist, ist die mehrfach ausgezeichnete Vloggerin aus dem kleinen Dorf Lacock jenseits des Ärmelkanals längst ein Star – nicht nur im Netz. Aber was macht ihre Faszination aus? Warum werden YouTube-Videos mit Titeln wie „How to: My quick and easy hairstyles“ („Anleitung: Meine schnellen und einfachen Frisuren“) unglaubliche 8,7 Millionen Mal angeklickt?

Parallelen zum echten Leben

Auf offiziellen Bildern sieht Zoe Sugg aus, als sei sie soeben einem Modekatalog entsprungen. Ihre wallende Mähne schimmert in den Spitzen gold-blond, sie trägt verspielte Kleider und Absatzschuhe. In ihren Videos gibt sich „Zoella“ ganz wie das Mädchen von nebenan. Durchgestylt, ja, aber süß und nahbar. Sie thematisiert Aspekte des Teenagerlebens, mit denen sich vor allem Mädchen und junge Frauen millionenfach identifizieren können. Im Gegensatz zu den Beauty- und Lifestylemagazinen dieser Welt erreicht sie ihre etwa sieben Millionen Follower auf YouTube auf Augenhöhe. Schließlich ist sie eine von ihnen.

Worum nun geht es in ihrem ersten Roman? Keine große Überraschung: Um eine junge Bloggerin, die unter dem Pseudonym „Girl Online“ über Jungs, Freundschaft, Familie und Panikattacken schreibt. Die Parallelen zur Autorin sind nicht zu übersehen. Natürlich darf im Debütroman auch die erste große Liebe nicht fehlen. Als die 15-jährige Penny mit ihren Eltern nach New York reist, lernt sie dort Noah kennen. Der ist nicht nur charmant, sondern kann auch noch Gitarre spielen. Es kommt, was nicht anders kommen kann.

Zweites Buch in Planung

Ein junges Mädchen, ein etwas älterer Junge, viel Herzflattern und viel, viel Herzschmerz – denn Noah hat Penny nicht die ganze Wahrheit erzählt. In dieser Konstellation erinnert „Girl Online“ zunächst ein wenig an Teenie-Schmonzetten wie „After passion“ und „Twilight“. An den Stoff also, den junge Leserinnen geradezu verschlingen. Zwar treten in Suggs Roman keine glitzernden Vampire auf. Dafür hagelt es zuckersüße Cupcakes und romantische Popsongs. „Girl Online“ ist inhaltlich genauso mädchenhaft und rosarot wie der Bucheinband. Eine weitere typische Teenielovestory, die mit ihrer Sprache nah an der online-affinen Zielgruppe dran ist.

Damit trifft Sugg den Geschmack ihrer Fans. Und denen scheint es auch herzlich egal zu sein, dass die Bloggerin ihren Debütroman nicht alleine, sondern mithilfe eines Schreiberteams von Penguin Random House verfasst hat. Einen Vertrag über ein zweites Buch haben beide Seiten übrigens auch schon abgeschlossen.