BerlinDie Zeit. Objektiv gesehen vergeht sie konstant linear. Das Jahr hat 365 Tage. Jeder Tag 24 Stunden. Jede Stunde 60 Minuten. Subjektiv gibt es Tage, die vergehen wie im Flug. Geburtstage zum Beispiel. Gerade eben wurde man noch singend und lachend mit der kerzenbeladenen Torte geweckt, schon sind die Geschenke ausgepackt und die Gäste aus dem Haus. Was, schon vorbei? Mal ist die Zeit dagegen zäh wie Honig. Die mündliche Abiturprüfung wollte irgendwie nie vergehen. Wie lang können eigentlich zwanzig Prüfungsminuten sein? Und dann das anschließende Warten auf das Ergebnis. Es waren doch nur fünf Minuten Beratungszeit angesetzt. Ist meine Uhr stehengeblieben? Besser noch mal aufziehen.

Dass das Zeitempfinden subjektiv so unterschiedlich wahrgenommen wird, liegt oft an den Lebensumständen. Und am Alter. Für junge Menschen, Kinder und Jugendliche ist alles noch aufregend und neu. Vieles wird zum allerersten Mal erlebt, das Gedächtnis streckt die Zeit und sie vergeht langsamer. Ans erste Schuljahr können Sie sich sicher noch ganz genau erinnern. Erster Schultag, erste Ferien, erste Klasse. Aber, wie sieht’s bei Ihnen mit dem zweiten Jahr aus? Da hat sich schon Routine breitgemacht, die Zeit vergeht gefühlt schneller, und die Jahre vergehen wie im Flug. Und schon sitzt man in besagter Abschlussprüfung. Zum ersten Mal. Und schon bleibt die Zeit stehen. Dazu kommt, Dinge, die Spaß machen, passieren schneller. Unangenehme Dinge dehnt das Gehirn.

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