Seit er sich nach Romanen und Gedichten (er schrieb 14 Lyrikbände) ab etwa 1980 dem Theater widmete, gehörte der Schwede Lars Norén, geboren 1944 in Stockholm, zu den meistgespielten zeitgenössischen Dramatikern nicht nur Skandinaviens. Sicher stand er in der Tradition von August Strindberg, seine realistischen Stücke schildern Familien- und Beziehungsdramen, aber im Gegensatz zu Strindberg (auch zum Norweger Ibsen) stehen seine Figuren am Rande der Gesellschaft; eher ist er mit Jean Genet zu vergleichen. 

Den größten Skandal rief das Stück „Sieben drei“ hervor, für das ihm rechtsradikale und antisemitische Gesinnung vorgeworfen wurde. Das ändert nichts an Noréns Bedeutung, andere wichtige Stücke heißen „Eintagswesen“, „Personenkreis 3.1“, „Kälte“ oder „Krieg“. In der deutschen Kritik hieß es einmal: „Die Banalitäten seiner Alltagswendungen sind so raffiniert verwoben und mit seelischen Energien aufgeladen, dass sie die unausgesprochenen Aggressionen bis in die feinsten Abschattungen verlautbaren.“

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