„Hat jemand Feuer?“ Die Frage trifft Humphrey Bogart hinterrücks. Er dreht sich um und sieht Lauren Bacall im Türrahmen lehnen. Sie hält den Kopf leicht geneigt, doch ihr Blick ist direkt und klar. Als er ihr seine Streichhölzer zuwirft, fängt sie diese lässig aus der Luft. Sie steckt sich in aller Ruhe eine Zigarette an, wie um ihm Zeit zugeben, sie ausgiebig zu mustern. Dann wirft sie das abgebrannte Zündholz hinter sich und dreht sich zum Gehen. Ein letzter abschätziger Blick zurück – und ist sie verschwunden.

Am Ende dieser Szene von „Haben und Nicht-Haben“ (1944) wusste noch niemand, dass es die Geburtsstunde eines neuen Stars sein würde. Humphrey Bogart war das vermutlich ohnehin einerlei – er hatte sich gerade in eine 19-jährige Schauspielerin verliebt, die an seiner Seite ihr Debüt gab. Und Lauren Bacall war viel zu nervös, um an irgendetwas anderes als den nächsten Augenblick zu denken. „Ich war dieses schlaksige Ding mit großen Füßen“, erinnerte sie sich später an ihre ersten Drehtage, und kokettierte damit, dass ihr berühmter, unter schweren Lidern lodernde Blick vor allem dem Lampenfieber geschuldet war.

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