Heinrich George (1893-1946) in Veit Harlans NS-Propagandafilm „Jud Süß“.
Foto: Imago Images

Zum Programm der Berliner Fahrgastschifffahrt gehört die 7-Seen-Rundfahrt am Wannsee, über die man einen guten Eindruck von der Vielfalt und Schönheit der Berliner und Potsdamer Seenlandschaft erhält. Gleich nach dem Start biegt der Ausflugsdampfer in den Kleinen Wannsee ein, und der Kapitän versäumt nicht zu erwähnen, dass die Villa zur linken Seite einst von dem berühmten Schauspieler Heinrich George und dessen Familie bewohnt wurde. Der Vater von Schimanski, Sie wissen schon.

Im Mai 1945 haben sich hier dramatische Szenen zugetragen. Aus Furcht vor der Einnahme der Villa durch russische Soldaten war George mit seiner Frau, der Schauspielerin Berta Drews, und den beiden Söhnen Jan und Götz, unter Beschuss auf die Westseite des Sees geflüchtet und hatten vorübergehend in der dort gelegenen Siemensvilla Unterschlupf gefunden. Obwohl sie schon bald wieder in das Anwesen zurückkehren konnten, war das mondäne Leben vorbei. Heinrich George wurde mehrfach verhaftet und wieder freigelassen, ehe er in Sachsenhausen bei Oranienburg interniert wurde, wo die sowjetische Militäradministration im ehemaligen KZ ein Speziallager für NS-Funktionäre der unteren und mittleren Ebene, Angehörige der Wehrmacht und andere eingerichtet hatte.

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